In 3 Schritten zur eigenen Wein-Eigenmarke


In einem Markt, der zunehmend von Preistransparenz und globaler Vergleichbarkeit geprägt ist, suchen Gastronomen und Weinhändler nach Wegen, ihre Souveränität zurückzugewinnen. 


Unter den Bannern Eigenmarke, Private Label oder Exklusivabfüllung erschließen sich für Gastronomen und Wiederverkäufer bedeutende strategische Vorteile. Wer auf einen eigenen Wein setzt, entzieht sich der unmittelbaren Vergleichbarkeit des Marktes und der Online-Portale und erzielt auf diese Weise spürbar höhere Margen. Da der Händler das Produkt – ob Wein, Sekt, Champagner oder Spirituose – selbst gestaltet, behält er die uneingeschränkte Hoheit über den Vertrieb sowie die Preisgestaltung.


Obwohl Endverbraucher eine Eigenmarke nicht in jedem Fall sofort als solche identifizieren, genießt diese Produktkategorie ein bemerkenswert hohes Ansehen. Laut Erhebungen der Lebensmittel Zeitung äußern 75 Prozent der Konsumenten eine positive Resonanz und stufen diese Weine qualitativ als ebenso gut oder sogar besser als bekannte Marken ein. Selbst im Discount oder Lebensmittelhandel sind wir von Eigenmarken der Händler umgeben, Kunden sind es gewohnt. Warum sollte es bei Wein anders sein?


Dabei fungiert die Eigenmarke primär als Kompetenzbeweis des Hauses. Wer eigene Abfüllungen führt, signalisiert seinem Gegenüber tiefgreifende Fachkenntnis und beweist, dass Qualität sowie eine faire Preisgestaltung im Fokus stehen. Dennoch bleibt ein ehrliches Handeln die wichtigste Grundvoraussetzung für den langfristigen Erfolg. Ein Kunde, der das Gefühl hat, preislich übervorteilt zu werden, wird die Marke kein zweites Mal wählen, weshalb bei der Kalkulation und Auswahl stets die nötige Vorsicht und Sorgfalt geboten ist. Wer diese Balance hält, nutzt die Eigenmarke als starkes Instrument, um nachhaltiges Vertrauen aufzubauen und sich als Experte am Markt zu positionieren.

Die Modelle im Überblick

Bevor der erste Korken knallt, steht die strategische Entscheidung über die Art der Markierung:


1.    Winery / Brand Label: 
Hierbei handelt es sich um das Standard-Label des Erzeugers. Die Marke behält die volle Kontrolle über Preisgefüge und Kanäle, während der Händler von der Bekanntheit des Labels profitiert.

2.    Control Label: 
Hier bleibt der Erzeuger im Hintergrund. Das bietet dem Händler die volle Preishoheit und maximale Flexibilität. Sollte ein Produzent preislich oder qualitativ nicht mehr passen, kann der Partner gewechselt werden, ohne dass der Endkunde die gewohnte Marke verliert.

3.    Coop-Label: 
Dieses Modell setzt auf die Synergie zweier Namen. In der Zusammenarbeit mit Häusern wie Champagne Forget-Brimont wird die Partnerschaft auf dem Etikett sichtbar gemacht. Es kombiniert die Strahlkraft des Winzers mit der regionalen Kompetenz des Händlers.

4.    Exklusivabfüllung: 
Optisch orientiert sich diese Variante stark an einem traditionellen Winery-Label und bewahrt so den authentischen Charakter eines klassischen Winzerweines. Je nach gewünschter Außenwirkung erfolgt die Kennzeichnung wahlweise mit oder ohne explizite Nennung des Händlers. 

Die Roadmap: In 3 Schritten zur eigenen Edition

Die Umsetzung einer exklusiven Weinlinie ist weniger komplex, als viele vermuten. Gemeinsam mit Sustaina Wines lässt sich dieser Prozess effizient und zielgerichtet steuern.


1. Analyse und strategische Positionierung

Jede erfolgreiche Marke beginnt mit einer Analyse des bestehenden Portfolios. Eine Eigenmarke sollte niemals in direkter Konkurrenz zu Ihren Bestsellern stehen, sondern das Sortiment sinnvoll ergänzen. 


Wir definieren gemeinsam die Zielgruppe und die Marketing-Strategie. Dank unserer langjährigen Expertise und persönlichen Kontakte zu Erzeugern in ganz Europa finden wir den passenden Partner.  


Ein "Good Deal" muss für alle Seiten gelten – vom Winzer über den Händler bis hin zum Gast. Eigenmarken sind heute oft schon ab einer Abnahmemenge von nur einer Palette realisierbar!


2. Produktselektion und Branding


Sobald der ideale Grundwein in Deutschland, Frankreich, Spanien oder Italien gefunden ist, beginnt die kreative Phase. Jedes Haus hat individuelle Anforderungen an das Erscheinungsbild. 


Wir begleiten Sie beim Designprozess – entweder durch unsere spezialisierten Partner oder in Zusammenarbeit mit einer unserer PartnerAgenturen. Parallel bereiten wir das Launch-Material vor: Banner, Snapshots und Werbemittel entstehen vor der Abfüllung.


3. Launch und langfristige Marktpräsenz


Der Roll-out markiert den Beginn einer langfristigen Partnerschaft. Eine Eigenmarke ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wir stehen Ihnen zur Seite, um die Marke nachhaltig im Markt zu etablieren, die Qualität über Jahre stabil zu halten und den Erfolg Ihrer Exklusivabfüllung kontinuierlich auszubauen.

Fazit:


Die Eigenmarke ist das effektivste Mittel gegen die Austauschbarkeit. Wer Qualität fair anbietet und seine Identität in die Flasche bringt, gewinnt Marge und loyale Kunden, die den Mehrwert eines exklusiven Sortiments zu schätzen wissen.

 

Beispiel: 


Für einen unserer Kunden haben wir kürzlich eine maßgeschneiderte Exklusivabfüllung für dessen Gastronomie realisiert. In enger Zusammenarbeit mit dem renommierten Erzeuger „Famille Descombe“ profitiert der Betrieb nun von einer doppelten Strategie. Einerseits entzieht sich das Angebot durch das exklusive Branding der unmittelbaren Vergleichbarkeit am Markt, während gleichzeitig das Renommee und die qualitative Strahlkraft der etablierten Marke das Vertrauen der Gäste stärkt.